You are here

Error message

Deprecated function: The each() function is deprecated. This message will be suppressed on further calls in menu_set_active_trail() (line 2405 of /var/customers/webs/schweike/fmc/includes/menu.inc).

Align 700M Wicklungstuning


Motorentuning an Elektromotoren ist gearde ziemlich hip. Durch eine Neuwicklung soll der Füllungsgrad zunehmen und der innere Widerstand des Motors sinken. Damit läuft ein Motor bei gleicher Leistung kühler, bzw. kann mehr der elektrischen in mechanische Energie umwandeln. Das klingt spannend, am Besten man probiert es selbst mal...
Ich habe von einem robbe Teamkollegen einen ausgemusterten Align RCM-BL700M Motor bekommen. Dieser Motor wurde mit den V1 Versionen vom T-Rex700E ausgeliefert. Der aktuelle 700MX hat mehr Leistung, deshalb war der alte "arbeitslos" und damit ein geeignetes Opfer für den ersten Wickelversuch.
Demonage
Um die alte Wicklung zu entfernen muss der Motor erst mal auseinander. Das ist ziemlich einfach. Am Ende der Glocke sind 2 Madenschrauben zu entfernen, dann kann die Welle mit Hilfe eines Hammers und einer alten Blattlagerwelle ausgetrieben werden. Den Motor mit dem Heissluftfön etwas anwärmen, dann geht das recht gut. Der Stator ist auf einen Träger-Dorn aufgeklebt und muss zum Wickeln abgezogen werden. Dazu einfach lange M4-Schrauben durch die Befestigungsgewinde schrauben und mit diesen gegen die Wicklung drücken. Durch gleichmäßiges Eindrehen zieht es den Stator vom Dorn. Dass dabei die alte Wicklung u.U. kaputt geht ist weniger tragisch, es soll ja einen neue drauf :-)
Die alte Wicklung kann man jetzt prima abwickeln. Dabei ein wenig auf die grüne Isolierschicht achten, damit die nicht beschädigt wird. Die alte multifilare Wicklung hat 12 Einzeldrähte mit einem Drahtdurchmesser von 0,38mm, was theoretisch einem Querschnitt von 1,36mm2 entspricht. Da aber der Lack nicht leitet und geschätzt 0,1 mm dick ist, wird der elektrisch wirksame Querschnit bei ca. 1,22mm2 liegen. Die Wicklungslänge ist ca. 2,5m.
Ich hab die alte Wickelrichtung mit Edding auf den Stator gemalt, um später beim Neuwickeln nichts verkehrt zu machen.
Lagerung
Bei dem Versuchs-Motor lief das eine Lager schon ziemlich rau, deshalb wird die Gelegenheit für eine Neulagerung genutzt. Versuchsweise sind das Teil-Keramik-Lager, die sollen besonders leicht laufen und sehr lange halten (?) Ob der doppelte Preis gerechtfertigt ist, wird sich noch zeigen...
Werkzeuge
Um den neuen Lackdraht schön in die Statornuten zu legen, haben wir kleine Helfer aus Holz gebastelt. Das Ausgangsmaterial gibt es als Halbzeug bei einer großen internationalen Fastfood Kette gratis :-) Sonst brauchts noch einen Seidenschneider und einen Schraubstock.
Kupferlackdraht
Den Wicklungsdraht gibt es im WWW zu kaufen, allerdings entweder in industrieüblichen Mengen oder unangemessen teuer. Einfacher ist es freundlich bei einem ansässigen Elektrofachbetrieb anzufragen, da bekommt man die paar Meter für eine Spende in die Kaffeekasse. Für die Isolierung gibt es glasfaserverstärkten Isolierschlauch, vermutlich ist normaler Schrumpfschlauch aber genauso geeignet. Der neue Draht hat Ø1,4mm, was einem leitenden Querschnitt von 1,45mm2 entspricht. Also besser als vorher :-)
Wickeln
12Nuten DreiecksschaltungIch habe mir die möglichen Wickelschemata auf den Power Croco Webseite von Dr. Ralph Okon angeschaut und das original Schema wiederverwendet und immer vom Fuß nach Außen gewickelt. Ein Ausdruck des Schemas und ein peinlich genaues Kontrollieren des richtigen Statorzahns und der Wickelrichtung ist sehr zu empfehlen. Ein Ende des Drahtes habe ich in den Schraubstock gespannt, dann kann man mit dem Stator die Wicklung schön stramm ziehen und gleichzeitig mit den Hölzchen die Windungen unten in den Fuß der Nut legen. Die 6 Windungen gehen mit dem 1,4mm Draht gerade so auf einen Zahn. Beim zweiten Zahn wird es leider schon enger, da die erste Windung nicht so recht unten in den Grund des Zahnes passen will. Viel einfacher würde man es sich mit 1,28mm Draht machen, aber dünndrahtwickeln ist nur für Mädchen :-)
Wicklung fixieren
In manch einem Zahn sitzt die letzte Windung verdammt hoch. Eine Berührung mit den Magneten wäre fatal. Um alle Windungen schön an ihrem Platz zu halten, hab ich die Wicklungen oben und unten mit Uhu Plus Endfest fixiert. Der Tipp stammt von Bernhard Haas, er hat schon viele Motoren gewickelt und versiegelt seine Statoren auch damit.
Endmontage und Endkontrolle
Im Web liest man von einer 1000V Kontrolle, bei der u.U. vorhandene Statorschlüsse entdeckt werden. Ich hab mit dem Multimeter die Wicklungen gegen das Eisen gemessen und keinen Schluss festgestellt, dass dies auch bei höherer Belastung so bleibt, kann ich mangels Messmöglichkeit nur hoffen :-(
Alles wieder schön zusammenbauen und Probelauf. Vorsichtshalber erst mal mit einem kleinen Regler und nur 2S. Was soll ich sagen, er dreht sich!
Der Beweis:

Sobald sich ein geeignetes Fluggerät findet, wird er mit 50V beaufschlagt - Ich freue mich schon darauf!
Euer Joshua


Und noch ein paar Bilder:

Flugmodell Club FMC Renchtal e.V.